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Von Lukas Plewnia, Zürich
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Google Shopping: Local Inventory Ads und Budgets prüfen

LP
Lukas Plewnia
• • 6 Min. Lesezeit

Ein Händler verkauft Produkte über seinen Webshop und mehrere Filialen. Seit Ende August 2026 reicht eine alte Einstellung nicht mehr aus, um lokale Bestände aus Standard-Shopping-Kampagnen auszuschliessen. Google hat Local Inventory Ads standardmässig aktiviert. Wer Online- und Filialbudgets getrennt führen möchte, muss den tatsächlich verwendeten Inventarfilter prüfen.

Was sich am 31. August geändert hat

Google kündigte im Google Ads Developer Blog am 20. Juli 2026 an, dass Local Inventory Ads (LIA) ab dem 31. August 2026 in Standard-Shopping-Kampagnen standardmässig aktiviert sind. Das Feld Campaign.ShoppingSetting.enable_local wird für Shopping-Kampagnen vom Backend als true behandelt. Die Änderung gleicht das Verhalten an Performance Max für den Einzelhandel an.

Für reine Online-Händler ohne lokale Produktdaten führt die neue Standardeinstellung nicht automatisch zu zusätzlichen Filialanzeigen. Relevant ist sie vor allem für Händler, deren Merchant-Center-Konto lokale Bestände enthält. Die Umstellung betrifft Standard Shopping. Google stellt klar, dass das Feld enable_local für andere unterstützte Kampagnentypen wie Performance Max und Demand Gen weiterhin anders behandelt wird.

Warum die Budgettrennung wichtig ist

Ein Webshop bewertet seine Shopping-Kampagnen häufig nach Online-Umsatz und ROAS. Lokale Anzeigen können dagegen Kunden auf die Verfügbarkeit in einer nahegelegenen Filiale aufmerksam machen. Beide Wege sind wirtschaftlich relevant, aber ihre Erfolge werden nicht zwangsläufig über dieselben Conversion-Aktionen erfasst. Wenn Online- und lokale Angebote innerhalb einer Kampagne um dasselbe Budget konkurrieren, kann sich der Kanal-Mix verändern. Ob das tatsächlich passiert, muss anhand der Kontodaten überprüft werden.

Bei getrennten Budgets und unterschiedlichen Zielwerten ist deshalb ein Inventar-Audit sinnvoller als eine sofortige Gebotsanpassung. Die Veränderung der Performance nach dem 31. August beweist für sich allein keinen Effekt der neuen Standardeinstellung. Saisonalität, Promotionen und Wettbewerbsdruck bleiben mögliche Einflussfaktoren.

Prüfung 1: Sind lokale Produkte vorhanden?

Zuerst die Verknüpfung von Google Ads und Merchant Center kontrollieren. Danach prüfen, ob lokale Produktbestände hinterlegt und für Local Inventory Ads zugelassen sind. Google beschreibt das Format in der Übersicht zu Local Inventory Ads als Werbung für Produkte, die in stationären Geschäften in der Nähe verfügbar sind. Ohne lokale Produktdaten gibt es keine zusätzlichen lokalen Angebote, die durch den neuen Standard ausgeliefert werden könnten.

Deutschland, Österreich und die Schweiz stehen in Googles Übersicht der unterstützten Länder für Local Inventory Ads. Die konkrete Teilnahmeberechtigung, erforderliche Produkt- und Filialdaten sowie den Freigabestatus muss jeder Händler im eigenen Merchant Center prüfen. Bei mehreren Ländern ist die Prüfung je Markt erforderlich.

Für jede Standard-Shopping-Kampagne dokumentieren: Merchant-Center-Verknüpfung, vorhandene lokale Produkte, Zielmarkt, gewünschter Inventarkanal, Budget und Conversion-Ziel. Erst daraus ergibt sich, ob eine technische Änderung notwendig ist.

Prüfung 2: Online-only über Inventarfilter absichern

Google nennt zwei Wege, lokale Produkte aus Standard-Shopping-Kampagnen auszuschliessen. In der Google-Ads-Oberfläche kann der Inventarfilter so gesetzt werden, dass nur Online-Produkte berücksichtigt werden; die Hilfe beschreibt das unter Shopping-Kampagne für lokales Inventar nutzen. In der Google Ads API lässt sich über CampaignCriterionService ein Listing Scope mit product_channel = ONLINE hinzufügen. Beide Wege steuern den Umfang des Inventars. Der frühere Schalter enable_local ist für diesen Zweck nicht mehr geeignet.

Bei bewusst getrennten Budgets erhält die Online-Kampagne einen Online-Inventarfilter. Lokale Angebote können über eine entsprechend konfigurierte separate Kampagne beworben werden. Soll eine Kampagne beide Kanäle abdecken, muss das eine dokumentierte Entscheidung sein, die zum Messkonzept passt.

Vor Änderungen den bisherigen Zustand sichern. Danach die tatsächlich auswählbaren Produkte kontrollieren. Ein falsch gesetzter Filter kann zu wenig oder gar kein Inventar übrig lassen. Feed-Labels, Produktgruppen und länderspezifische Kampagnen sollten in die Abnahme einbezogen werden.

Prüfung 3: API-Skripte auf Fehler und wirkungslose Einstellungen prüfen

Bei der Google Ads API muss zwischen Versionen unterschieden werden. Ab v25.1 führen Versuche, lokale Produkte in Shopping-Kampagnen über den alten Schalter zu deaktivieren, zu einem Fehler. Ältere Versionen behandeln solche Änderungen dagegen faktisch wie eine Aktivierung. Eine Automatisierung kann also weiterlaufen, ohne die gewünschte Online-only-Konfiguration sicherzustellen. Google dokumentiert das genaue Fehlerverhalten in seiner Mitteilung vom 20. Juli 2026.

In Kampagnen-Templates, Massenänderungen und täglichen Synchronisierungen deshalb nach der alten lokalen Inventareinstellung suchen. Nicht nur Fehlerlogs prüfen: Auch ein erfolgreicher API-Aufruf beweist nicht, dass lokale Produkte ausgeschlossen bleiben. Entscheidend sind der neue Inventarfilter und die tatsächlich auswählbaren Produkte.

Prüfung 4: Lokale und Online-Performance getrennt auswerten

Google Ads ermöglicht eine Segmentierung nach Produktkanal und Klicktyp. Die offizielle Hilfe beschreibt, wie lokale Shopping-Performance auf Kampagnen- oder Anzeigengruppenebene sichtbar wird. In der Google Ads API steht segments.product_channel mit den Werten ONLINE und LOCAL zur Verfügung. Zusammen mit geeigneten Leistungskennzahlen lässt sich prüfen, ob lokale Anzeigen tatsächlich ausgeliefert wurden.

Für einen Vorher-Nachher-Vergleich eignen sich Impressionen, Klicks, Kosten, Conversions und Conversion-Wert je Kanal. Die Zeiträume müssen vergleichbar sein. Ein Vergleich von Juli und Oktober ist kein sauberer Kausaltest, wenn gleichzeitig Saison, Preise und Werbeaktionen wechseln. Zuerst prüfen, ob und wie sich der Anteil lokaler Klicks verändert hat.

Wichtig ist die Conversion-Definition. Ein Online-Kauf und ein Ladenbesuch sind nicht dasselbe. Wenn nur Webshop-Umsatz erfasst wird, kann zusätzliche lokale Reichweite im Plattform-ROAS schlechter aussehen, obwohl Filialumsatz entsteht. Umgekehrt kann sie Online-Budget beanspruchen, ohne dass ein messbarer Offline-Erfolg vorliegt. Ohne geeignete Daten lässt sich keine dieser Möglichkeiten seriös bewerten.

Praxisbeispiel für den DACH-Markt

Ein Händler betreibt einen Webshop und Filialen in Deutschland und Österreich. Die Webshop-Kampagnen sollen nur Online-Produkte bewerben; die Filialkampagne hat ein eigenes Budget. Vor dem Update war lokales Inventar in den Online-Kampagnen über die alte Einstellung ausgeschlossen. Nach dem Update erstellt das Team eine Matrix mit Kampagne, Zielland, Datenquelle, Inventarkanal und Conversion-Ziel. Es prüft die Online-Inventarfilter und verifiziert danach die Produktauswahl.

Erst wenn die Zuordnung stimmt, bewertet es die Entwicklung der Klicks und Conversions. Dieses Beispiel beschreibt ein mögliches Prüfverfahren und keinen realen Kundenfall.

Wann keine Umstellung nötig ist

Ein reiner Online-Shop ohne lokale Produktdaten muss nicht allein wegen des neuen Standards zusätzliche Kampagnen erstellen. Ein Omnichannel-Händler, der beide Kanäle bewusst in einer Shopping-Kampagne steuert und passende Erfolgsmessung besitzt, muss ebenfalls keine künstliche Trennung vornehmen. In beiden Fällen genügt eine dokumentierte Prüfung des gewünschten Zustands.

Checkliste für die nächste Kontoprüfung

  • Merchant-Center-Verknüpfung und lokale Produktdaten vorhanden?
  • Für jede Standard-Shopping-Kampagne den gewünschten Inventarkanal dokumentiert?
  • Online-only-Kampagnen durch einen passenden Inventarfilter oder Listing Scope abgesichert?
  • Skripte und Templates auf veraltete Inventareinstellungen geprüft?
  • Produkt- und Klickverteilung nach ONLINE und LOCAL ausgewertet?
  • Conversion-Ziele und Budgetzuordnung je Kanal nachvollziehbar?

Fazit

Seit dem 31. August 2026 ist Local Inventory Ads in Standard-Shopping-Kampagnen kein separater Opt-in-Schalter mehr. Für Omnichannel-Händler entscheidet die Inventarsteuerung darüber, ob Online- und Filialangebote sauber getrennt bleiben. Der erste Schritt ist ein Audit von Datenquellen, Kampagneninventar und Reporting – nicht eine vorschnelle Gebotsänderung.

Eine Datenwege-Prüfung für das Merchant Center, die dem Inventar-Audit vorausgeht, steht im Beitrag zu den Shopping-Feeds beim Wechsel von Content API zu Merchant API.

Zuletzt aktualisiert: 17. Okt. 2026