Twitter Hack: Du kannst den Tweet nicht finden?
Twitter Ads waren 2017 ein günstiger Weg, die Reichweite einer Kampagne zu verbreitern: CPCs zwischen 1 und 2 Franken, ein reichhaltiges Targeting, eine aktive Schweizer Nutzerschaft. Und ein Ärgernis, das mir regelmässig passierte: Der organische Tweet, den ich bewerben wollte, war bei der Anzeigenerstellung nicht auswählbar, weil er in der Liste schlicht nicht erschien. Der Twitter-Support bestätigte damals, dass das «hin und wieder passieren kann». Was nun?
Aktualisiert im September 2026. Twitter heisst seit Juli 2023 X, Tweets heissen Posts, Twitter Ads heisst X Ads. Die Anleitung unten beschreibt den Workaround, wie er 2017 funktionierte; die Screenshots zeigen die damalige Oberfläche. Das Prinzip – Kampagne per Bulk-Editor exportieren, die Post-ID aus der URL eintragen, wieder importieren – ist das, was sich übertragen lässt. Die exakten Menüpunkte haben sich seither mehrfach geändert. Was die Plattform heute als Werbekanal wert ist, steht im Beitrag Wie Twitter die Schweiz bewegt.
Das Prinzip
Der Anzeigenassistent zeigt dir eine Auswahl deiner organischen Posts – aber nicht zwingend alle. Der Bulk-Editor arbeitet dagegen mit einer Tabelle, in der jede Anzeige über die ID des zugehörigen Posts referenziert ist. Diese ID lässt sich von Hand eintragen. Der Workaround umgeht also die Auswahlliste, indem er der Kampagne direkt sagt, welcher Post gemeint ist.
Der Workaround, Schritt für Schritt
1. Kampagne mit einem Platzhalter anlegen. Erstelle die Anzeige ganz normal, wähle irgendeinen anderen organischen Post aus und starte die Kampagne. Sie geht sofort in die Prüfung – das ist in Ordnung, du ersetzt den Post gleich.
2. Den Ads-Editor öffnen. In der oberen Leiste von Twitter Ads gab es den Menüpunkt Ads-Editor, das Werkzeug für Massenänderungen per Tabelle.

3. Kampagne filtern und exportieren. Der Editor listet alle Kampagnen, filterbar nach Datum, Name und Ziel. Filtere so, dass nur die eben angelegte Kampagne erscheint, und exportiere sie. Die Datei öffnest du in Excel; sie enthält alle Daten der Anzeige, darunter die Spalte mit den Tweet-IDs.


4. Die ID des gewünschten Posts holen. Öffne den Post, den du bewerben willst, in deiner Timeline. Die ID steht in der URL – die lange Ziffernfolge am Ende.

5. ID eintragen, speichern, hochladen. Ersetze die ID des Platzhalters in der Tabelle durch die des gewünschten Posts. Beachte, dass die Tweet-ID in der Tabelle vor der Ziffernfolge ein «i» enthält. Speichern, im Ads-Editor hochladen, fertig.

Nach einer kurzen Prüfung wurde die Anzeige mit dem richtigen Post genehmigt.
Was davon heute noch trägt
Das Muster – Oberfläche zeigt nicht alles, Bulk-Werkzeug erlaubt direkte Referenz per ID – ist nicht Twitter-spezifisch. Dieselbe Logik hilft bei Meta Ads, wenn ein bestehender Beitrag im Anzeigenmanager nicht erscheint (dort über die Post-ID im Feld «Bestehenden Beitrag verwenden»), und bei Google Ads, wenn der Editor mehr zulässt als die Weboberfläche.
Für X selbst gilt: Prüfe vor dem Aufwand, ob der Kanal in deinem Mediaplan noch die Rolle spielt, die er 2017 hatte. Die Reichweite in der Schweiz ist seit 2024 deutlich gesunken, und der Grund, warum dieser Workaround entstand – dass die Werbeplattform ihre eigenen Posts nicht zuverlässig anzeigt –, war schon damals ein Hinweis auf die Priorität, die Twitter seinem Werbeprodukt einräumte.
